Mai 04

1912 wurde das Buch “Die Biene Maja und ihre Abenteuer” von Waldemar Bonsels veröffentlicht und begleitet seit nun 100 Jahren Generationen von Kindern durch ihre Jugendzeit. Doch auch als Erwachsener kann man sich dem Charme kaum entziehen.

Das Buch “Die Biene Maja und ihre Abenteuer” gründete nach seinem erscheinen 1912 den weltweiten Erfolg Wilhelm Bonsels, der in den 1920er-Jahren zum meist gelesenen Schriftsteller in Deutschland avancierte. Heute jedoch kennt kaum jemand mehr seine Bücher, abgesehen eben von den Abenteuern der kleinen Biene und dem 1915 erschienenen Nachfolger “Himmelsvolk”.

Biene Maja: ein weltweiter Bestseller

Waldemar Bonsels hatte, bevor er Biene Maja schrieb, schon ein bewegtes Leben hinter sich. Mit siebzehn Jahren verlässt er ohne Abschluss das Gymnasium in Kiel und arbeitete ab 1900, nach einer abgeschlossenen Kaufmannslehre in Bielefeld, als Kaufmann in einer Karlsruher Druckerei. Anschließend ließ er sich als Missionskaufmann ausbilden und ging für einige Monate nach Indien. Zurück, gründete er mit seinen Freunden Freunden Hans Brandenburg, Bernd Isemann und Carl Strauss den E.W. Bonsels und Co. Verlag mit Sitz in München-Schwabing.

Biene Maja wurde in über 40 Sprachen übersetzt. Es wurden Musicals und Operetten geschrieben und das Buch wurde als Hörspiel vertont. Maja entwickelte sich als hervorragendes Merchandising-Instrument und so wurden Plüschtiere, Tassen, Comics, Malbücher sowie Süßigkeiten und Joghurts und vieles andere produziert und verkauft. Wie populär die kleine Biene auch heute noch ist, zeigt sich unter anderem daran, dass unzählige Kindergärten, Babysitteragenturen und sogar ein Versicherungstarif ihren Namen trägt.

Die Zeichentrickserie: Basierend auf dem Kinderbuchklassiker und für jung und alt

Würde man heutzutage fragen, wer Biene Maja geschrieben hat, so würden nicht wenige wohl Karel Gott nennen. Denn die von ihm gesungene Titelmelodie der von 1975 – 1979 produzierten Zeichentrickserie und die Serie (ausgestrahlt von 1976 bis 1980) selbst entwickelten sich zum Kulturgut. Wobei die beiden berühmtesten Nebenfiguren, der Grashüpfer Flip und der Bienenjunge Willi, erst für die Serie erfunden wurden und im Buch gar nicht erscheinen.

Um das Gedächtnis an den Autor aufrecht zu erhalten, gründete seine Frau Rosemarie Bonsels die Waldemar-Bondels-Stiftung. Obwohl der Autor bis heute aufgrund seiner antisemitischen Einstellung und seiner Verehrung für Hitler nicht unumstritten ist. Auch das Buch selbst hat etliche Grundzüge nationalsozialistischen Gedankenguts verarbeitet, wenn zum Teil auch versteckt.

Die Wahrheit ist, dass die fleißige und mutige kleine Biene für die heutigen Generationen erst durch die ZDF-Zeichentrickserie in unser kollektives Gedächtnis gelangt ist und heute noch bestand hat, da sie inhaltlich “glattgebügelt” und politisch korrekt rüber kommt.

Trotzdem darf man dem Autor nicht den Verdienst absprechen, eine “Heldin” geschaffen zu haben, die fast 100 Jahre lang Generationen von Kindern auf dem Sprung zum Erwachsensein begleitet hat – das sollt man sich einmal bei einem aktuellen Buch vorstellen!


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